THOMAS COLLMER

Bruchstücke zu einer offenen Dialektik

Bruchstücke zu einer offenen Dialektik

 

Paperback | 414 Seiten | ISBN 978-3-936271-66-9 | 28,00 Euro

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Eine Konzeption von Dialektik, die zeitgemäß und sachgerecht sein will, muss das Hegelsche Modell hinter sich lassen und ›offener‹ operieren, d.h. mit einem Primat der Differenz bzw. Nichtidentität statt (wie bei Hegel der Fall) mit einem Primat der Identität bzw. Einheit. Collmer liefert eindringliche Analysen zu Hegel, Adorno, Lacan oder Luhmann, und mit den poststrukturalisitischen Positionen von Deleuze, Lyotard und Derrida tritt sein dialektischer Standpunkt in fruchtbare Dialoge ein. Vor allem aber zeigt er immer wieder, dass die von ihm interpretierten Denker uns hier und heute etwas angehen. So befragt er die Marxsche Kapitalismusanalyse, was sie zum Verständnis der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise beiträgt. Adornos Denken in »Konstellationen« wird rekonstruiert und seine Kritik am »falschen Ganzen« auf den globalisierten Kapitalismus bezogen. Von der Luhmannschen Systemtheorie versucht Collmer Aufschlüsse über den möglichen Umgang mit der von Menschen geschaffenen Klimaproblematik zu erhalten. Und Edgar Allan Poe ist ihm ein Zeuge für ein »unerträgliches Geschwätz der Ordnungsmacht«.

Man kann also mit diesem Band durchaus unabhängig von den drei Hegel-Büchern des Verfassers und seinen literaturwissenschaftlichen Studien zu Jim Morrison, E. A. Poe und William S. Burroughs etwas anfangen. Wer das alles gelesen hat – um so besser – für ihn werden diese »Bruchstücke zu einer offenen Dialektik« eine unentbehrliche Ergänzung darstellen.